Innovationskultur: Hype oder Erfolgsfaktor?

In Befragungen geben die meisten Geschäftsführer und Vorstände an, dass ihre Innovationskraft zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren für die Zukunft ihres Unternehmens gehört. Gleichzeitig äußern sie Unzufriedenheit mit der Innovationsleistung ihrer Organisation. 

Diese Diskrepanz führt dann häufig zur Entscheidung, die Innovationskultur im Unternehmen strategisch zu entwickeln.


Innovationskultur: eine Verbindung von zwei vagen Begriffen

Weder "Innovation", noch "Kultur" sind Begriffe, die konkrete Objekte beschreiben. Unter beiden Begriffen können sich zwei Menschen sehr unterschiedliche Dinge vorstellen. Dieselbe Beobachtung kann von einem als "Kultur" bezeichnet werden, während der andere sagt: "Das Beobachtete erfüllt nicht die Kriterien von "Kultur"". Ebenso mit "Innovation". 

Nun werden also zwei vage Begriffe miteinander verbunden zu einem neuen.

Wie nützlich kann so ein Ausdruck für den Praktiker im Unternehmen sein? Wie sinnvoll können wir uns darüber austauschen? Und wie hilfreich ist er in der Praxis, um einen Zustand oder ein Ziel zu benennen? 

Kann man Innovationskultur gezielt entwickeln? Sollte man es?

Die Logik hinter diesem Ansatz kommt aus der Analyse von Organisationen mit besonders hoch entwickelter Innovationsleistung und Innovationskultur.

Bücher und Veröffentlichungen von Innovationsberatungen beziehen sich gerne auf Unternehmen wie 3M und Google. Diese sind fraglos mit Innovationen sehr erfolgreich. Und sie haben viele oder alle der beschriebenen Merkmale einer Innovationskultur (zeitliche Freiräume, Treffpunkte für Austausch, Führungsverhalten ...) etabliert. 

Reicht das aber aus, um einen ein-eindeutigen Ursache-Wirkungszusammenhang festzustellen? In anderen Worten: Ist damit bewiesen, dass 

  • die Umsetzung der beschriebenen Merkmale zu einer Innovationskultur führt, die dann wieder zu wirtschaftlichen Innovationserfolgen führt? (hinreichende Bedingung)
  • nachhaltige, wirtschaftliche Innovationserfolge nur wahrscheinlich sind, wenn die beschriebenen Merkmale umgesetzt werden? (notwendige Bedingung)
Den Innovationsmuskel stärken

Wie Sie die Pseudo-Logik mancher Experten erkennen

In den meisten Büchern und Veröffentlichungen, die ein umfassendes Programm zur Entwicklung der Innovationskultur empfehlen, werden die beiden Fragen nicht untersucht.

Es wird also nicht untersucht, wie viele Organisationen über die wichtigen Merkmale einer Innovationskultur verfügen - aber bei der Innovationsleistung trotzdem nicht überzeugen.

Und es wird nicht untersucht, ob es denn Unternehmen gibt, die über die Innovationskultur-Merkmale nicht verfügen - aber trotzdem nachhaltig eine hohe Innovationsleistung erbringen.

Ohne diese Daten ist der Zusammenhang zwischen Innovationskultur und Innovationsleistung vielleicht plausibel - aber nicht sehr belastbar.

Ein pragmatischer Ansatz

Unsere Position ist nun nicht, dass Initiativen und Aktivitäten zur Verbesserung der Innovationsleistung keinen Sinn ergäben.

Es geht vielmehr um zwei wichtige Punkte: 

  • Das Ziel sind Innovationsleistungen oder Innovationserfolge. Eine Innovationskultur ist eventuell ein Mittel dazu.
  • Um mehr Innovationserfolg zu haben als bisher, muss etwas verändert werden. Das muss aber nicht zwangsläufig eine Kulturänderung sein.

Programme zur breiten Entwicklung der Innovationskultur sind aufwändig und wirken mittel- bis langfristig. Wenn sie wirken.

Die Alternative ist die Orientierung am Engpass. Der Ressource, von der man sagen kann: Wenn wir mehr davon haben, haben wir auch mehr Innovationserfolg.

Beispiele für solche Engpässe können sein:

  • Einsichten in Kundenanforderungen und -probleme
  • Ideen für innovative Lösungskonzepte
  • Projekt- und Priorisierungsentscheidungen
  • Marktinformationen
  • Betriebswirtschaftliche Bewertung von Programmen
  • Durchsatz der Vorentwicklung
  • Organisation und Koordination der Projekte
  • spezielle Kompetenzen in der Konstruktion
  • Beziehungen zu Forschungsinstituten
  • Prototypingkapazität oder -verfahren
  • u.s.w. 

Engpassorientiertes Innovationsmanagement

Mehr oder bessere Innovationskultur wird den Innovationsdurchsatz nicht verbessern, wenn wichtige Entscheidungen nicht, spät oder zu wenig zielorientiert getroffen werden.

Eine Orientierung am Engpass dagegen führt meist zu einer massiven Durchsatzsteigerung (z. B. dem Umsatz mit Produktinnovationen) - bei geringem bis mäßigem Aufwand. Und engpassorientierte Massnahmen wirken schnell. Dazu werden in der ersten Phase alle anderen Ressourcen so organisiert, dass der Engpass optimal genutzt wird. In der zweiten Phase werden Wege gefunden, die Engpasskapazität zu vergrößern. Irgendwann wird dann eine andere Ressource zum Engpass und der Zyklus beginnt von vorne. So entsteht ein engpassorientierter Prozess der kontinuierlichen Verbesserung des Innovationsmanagements.

Wie unterstützen wir die Entwicklung Ihrer Innovationsleistung?

Der erste Schritt sind ein oder zwei Workshops, um den aktuellen Engpass sicher zu identifizieren

Die von uns dabei eingesetzte Methodik beruht auf den streng logisch-analytischen Denkprozessen von Goldratts "Theory of Constraints". Dabei begleiten wir unsere Kunden in der Regel durch die ersten ein oder zwei Verbesserungszyklen. So werden sie fit in der selbstständigen Anwendung der Methodik und unabhängig von uns oder anderen externen Experten.

Epilog: Engpassorientierte Innovationskultur

Nach einigen Jahren engpassorientiertem Innovationsmanagement ...

... stellen Sie fest, dass Sie nun doch eine ausgezeichnete Innovationskultur haben. Eine Innovationskultur und überzeugende Innovationsresultate.

Der Unterschied liegt im Weg, den Sie gegangen sind. Durch die Engpassorientierung hat sich jede Innovations-Investition kurzfristig amortisiert. Die schnellen Erfolgserlebnisse haben Ihr Team motiviert und eine Erfolgsspirale in Gang gesetzt. Die Kultur konnte von unten her wachsen und wurde nicht von oben verordnet. Dadurch ist sie in der Organisation fest verwurzelt. Und Ihre Innovationsteams wenden die engpassorientierte Vorgehensweise jetzt auch auf die Herausforderungen Ihrer Kunden an. So konzentrieren sie sich auf die Kundenprobleme, deren Lösung für Ihre Kunden die größten Vorteile haben.



SolidCreativity unterstützt Sie mit Trainings, Workshops und Coaching:

  • Kürzere Zyklen und mehr Durchsatz im Innovationsprozess
  • Agiles Projektmanagement für Entwicklungsprojekte
  • Engpassorientiert-agile Entscheidungsmethoden

Der nächste Schritt >>> Persönlicher Kontakt