Sichere Ideenentwicklung während der Corona-Pandemie

Überzeugende, kreative Lösungen sind selten so wichtig wie derzeit. In nur 7 Schritten finden Sie die besten Ideen - mit unserer Ideenworkshop-Alternative.

Keine Ideen während der Pandemie?

Wann waren kreative Ideen und Problemlösungen so wichtig für Unternehmen und Gesellschaft wie zur Zeit?

Leider scheinen die Ideenentwicklung im Team und die Vermeidung von Ansteckungen sich widersprechende Ziele zu sein.

Das Dilemma läßt sich allerdings auflösen - mit einfachen Konzepten, die wir auch vor Corona schon erfolgreich eingesetzt haben.

Ich denke hier nicht so sehr an die alltägliche Suche nach Ideen und Lösungen. Es geht mir mehr um die Fälle, in denen es irgendeine Art von Veranstaltung gibt. Am dicken Ende einen ausgefeilten, professionell moderierten Innovationsworkshop. Am schlanken Ende vielleicht ein zweistündiges Teammeeting mit dem Ziel, eine neue Idee, eine kreative Lösung zu entwickeln.

Ideenfindung im Team - aber sicher ohne Kontakt

Wir brauchen überzeugende, kreative Ideen. Entwickelt von Teams, die die Materie verstehen. Allerdings ohne Ansteckungsgefahr, ohne dass sich eine Gruppe stundenlang in einem geschlossenen Raum aufhält. Bis zum Ende der Corona-Krise ist das essentiell. Aber auch für danach sollten Sie diese Option kennen. 

Die einfache Lösung, die ich Ihnen hier beschreibe, folgt dem ASIT-Prinzip der Division, der Abtrennung. 

Ich ordne (einen Teil der) Teilnehmer räumlich und/oder zeitlich anders an - und verhindere dadurch Neuinfektionen.

Was Sie brauchen, um dieses Konzept für ansteckungsfreie Ideenfindung umzusetzen? Zuerst einen Raum. Der muss nicht groß sein. Irgendein Büro genügt. Sie können auch eine Ecke, einen Teil eines Raumes nutzen. Falls Thema und Ideen Geheimhaltung erfordern, läßt sich das einrichten. Dazu kommen wir später.

Brainstorming, Brainwriting und andere Kreativitätstechniken

Vom traditionellen Brainstorming rate ich ab. Nicht nur für diese Art der Ideenentwicklung sondern ganz allgemein. Brainstorming ist in Ordnung, wenn Sie nur Ideen einsammeln wollen, die in den Köpfen der Teilnehmer bereits existieren. Ist Ihr Anspruch, ganz neue und kreative Ideen zu erzeugen, greift Brainstorming viel zu kurz.

Die Untergrenze für brauchbare Methoden ist das Brainwriting. Dabei werden erzeugte Ideen nicht in den Raum geworfen, sondern notiert. Das trifft auch zu auf die 6-3-5-Methode oder das Collective Notebook. Beim einfachen Brainwriting fehlt die Möglichkeit, Ideen anderer Teilnehmer weiterzuentwickeln. Die 6-3-5-Technik und das Collective Notebook bringen das wieder ins Spiel. Bei ihnen werden notierte Ideen im Teilnehmerkreis weitergereicht oder präsentiert.

Der Ablauf der asynchronen Ideenentwicklung im Team

Den letzten Gedanken greifen wir bei unserem alternativen, asynchronen Ideenworkshop auf.

Sie gehen wie folgt vor:

  1. Sie legen das Thema fest. Ich nenne das „die Challenge“ (oder Herausforderung). Die Challenge muss klar und fokussiert sein. Formulieren Sie sie so, dass sie konkrete Bilder in den Köpfen erzeugt. Und so, dass sie einen ganz klaren Nutzen (den Benefit) enthält.
    Gut ist: „Die nächste Generation unserer Fenster führt dazu, dass sich unsere Kunden in ihren Räumen noch viel wohler fühlen.“ Oder: „Wir machen die Konkurrenz uninteressant, weil wir die Umweltverträglichkeit der Herstellung unserer E-Autos massiv verbessern. Schlecht ist: „Wie können wir die tollsten Fenster im Markt anbieten?“ 
  2. Erstellen Sie eine Mindmap oder eine Wortwolke mit Objekten, Elementen, Begriffen rund um Ihr Thema. Beispiel Fenster: Aus welchen Elementen besteht so ein Fenster? Mit welchen Elementen steht das Fenster in Wechselwirkungen? Welche Elemente sind physisch, funktional oder technologisch im Umfeld eines Fensters? Welche Aktivitäten finden statt, im Zusammenhang mit dem Fenster? Welche Personen kommen ins Spiel? …
  3. Suchen Sie in anderen Branchen und Feldern Beispiele für innovative Lösungen, die einen ähnlichen Nutzen oder Benefit liefern. Die Beispiele dienen zwei Zwecken: die Teilnehmer sehen, dass Innovationen machbar sind - und sie können grundsätzliche Lösungen, Lösungsprinzipien auf die eigene Challenge übertragen.
    Aus allen gefundnenen suchen Sie die 6 Beispiele aus, die am besten als Inspiration für Ihr Thema funktionieren. Sammeln Sie zu diesen Lösungen Bilder, Grafiken, Videos oder kurze Textbeschreibungen.
    // Wundern Sie sich nicht: Während Sie die Punkte 1. bis 3. umsetzen, werden Ihnen bereits neue, interessante Ideen einfallen. Die erzeugt Ihr Unbewusstes automatisch - auch wenn Sie noch gar nicht nach Ideen suchen. Halten Sie in dieser Phase ein Notizbuch bereit, in das Sie alles eintragen, was da entsteht.//
  4. Der nächste Punkt sind die Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Sie können die Teilnahme auf einen festgelegten Kreis an Personen begrenzen - oder Sie gestalten sie offen: jeder kann mitmachen. In beiden Fällen brauchen Sie eine Strategie, wie Sie die Teilnehmer informieren, motivieren und, bei Bedarf, in das Thema einführen. Zur Information gehört auch, was Sie von den Teilnehmern ganz praktisch erwarten, was sie tun sollen.
  5. In Ihrem Innovationsraum oder Ideenbereich präsentieren Sie das Thema und die inspirierenden Beispiele. Dazu können Poster an der Wand oder an Moderationswänden dienen. Das kann unterstützt werden durch einen Computer, auf dem eine Präsentation oder ein Video automatisch abläuft, das die Challenge erläutert, ihre Wichtigkeit für das Unternehmen und einige inspirierende Beispiele.
  6. Überlegen Sie sich gut, wie Sie entstehende Ideen „ernten“ wollen. Welche Rolle spielt Geheimhaltung? Ideal ist, wenn Ideen auf einen Haftzettel geschrieben (oder gezeichnet) und an eine Wand gepinnt werden. Andere Teilnehmer können sie dann variieren, weiterdenken und als Anregung nutzen. Kommentiert oder bewertet werden sollen sie in dieser Phase noch nicht. Wenn spätere Patentanmeldungen oder andere andere Geheimhaltungsdinge eine Rolle spielen, haben Sie zwei Möglichkeiten. Sie lassen die Teilnehmer ihre Ideen in einer speziellen Software oder App erfassen, in eine Art Wahlurne werfen - und/oder Sie verpflichten sie vertraglich zur Geheimhaltung. 
  7. Die Bewertung und Auswahl der Ideen und Lösungen führen Sie, bei verschärfter Geheimhaltung, in einem Entscheidergremium durch. Ansonsten deduplizieren und clustern Sie die eingereichten Ideen und Lösungen. Die Ergebnisse werden als Karten in Ihrem Ideenbereich präsentiert. Die Teilnehmer können nun den Raum oder Bereich wieder besuchen und zu Ideen ihre Kommentare (Pros, Contras, Verbesserungsvorschläge) posten. In einer weiteren Runde werden die Lösungen priorisiert. Dabei ist wichtig, gegenseitige Beeinflussung möglichst auszuschließen. Hier ist ein mögliches Vorgehen: Sie lassen 10 bis 12 involvierte Personen geheim abstimmen, welche Idee auf die Plätze 1 bis 5 gesetzt werden soll. Parallel dazu, ohne das Ergebnis zu kennen, legen Sie oder ein kleines Führungsteam sich dazu fest. Falls die Meinung der größeren Gruppe in Punkten deutlich von der Präferenz des Führungsteams abweicht, überprüft dieses noch einmal ganz offen seine Auswahl.
Die besten Ideen und Vorschläge werden dann zu Projektvorschlägen oder -aufträgen ausgearbeitet. Vergessen Sie nicht, an diesem Punkt allen Beteiligten die Ergebnisse, den Erfolg mitzuteilen und sich zu bedanken. Ganz wichtig für die nächsten Veranstaltungen.


Es gibt noch eine Reihe von Fragen zur Vorgehensweise. Ich versuche hier einige vorwegzunehmen.

Wie lange sollen die einzelnen Abschnitte des „asynchronen Workshops“ dauern?

Das hängt auch davon ab, wie intensiv Sie die Teilnehmerinnen aktivieren können. Als Richtwert gilt: je 1 Woche für Ideensammlung, -ernte und 1 Woche für Bewertung und Auswahl. Maximal aber je 2 Wochen.

Was ist, wenn kein Raum, kein Bereich, keine Wände die ganze Zeit über zur Verfügung stehen für Poster und Haftzettel?

Sie können das Ganze auch mobil gestalten. Mit Flipchart-, Moderationswänden oder mobilen Whiteboards, die Sie von Tag zu Tag dahin bewegen, wo gerade Platz ist. Informieren Sie dann die Teilnehmerinnen, wo sich die „Ausstellung“ gerade befindet, zum Beispiel mit farbigen Wegweisern.

Irgendwelche Tipps für die Materialien?

Für Haftzettel verwende ich nur Post-Its Super-Sticky. Alles andere fällt runter, wenn Sie keine perfekte Fläche haben. Stellen Sie mittelgroße und große davon bereit. Und um darauf zu schreiben und zu skizzieren, nehme ich immer die Greenpoint-L0.8 Stifte von Stabilo.

Was ist, wenn die gewünschten Teilnehmer nicht am gleichen Ort sind?

Falls sie in Home-Offices verteilt sind, können Sie einen Workshop per Webmeeting durchführen.  Sie präsentieren dort die Challenge, die Beispiele und sammeln die Ideen über die Chatfunktion. Die Chatergebnisse lassen sich als .csv-Tabellendatei speichern. Probieren Sie das vorher aus. Oder, falls sie es auch zeitlich asynchron gestalten möchten, mit einer Kollaborationsplattform.

Können wir uns bei der Vorbereitung unterstützen lassen?

Absolut empfehlenswert. Sie können mich oder auch andere interne oder externe Moderatoren für Ideen- und Innovationsworkshops ansprechen. Mit der Beschreibung oben werden die meisten zurechtkommen.

Gibt es Möglichkeiten, noch bessere Ergebnisse zu bekommen - besonders bei wichtigen oder schwierigen Themen?

Sicher. Ein Weg noch bessere Resultate zu erzielen ist, statt den traditionellen Kreativitätsmethoden die ASIT-Methode für erfinderisches Denken zu verwenden. Mehr dazu auf unserer Webseite www.solidcreativity.de und besonders auf dieser Seite.


Dietmar Gamm, Partner DE/CH/AU:

Senden Sie mir hier Ihre Nachricht.

Ich freue mich von Ihnen zu lesen.
* Mit der Übermittlung stimmen Sie der Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten gemäß unserer DATEN­SCHUTZ­ERKLÄRUNG  zu.
Thank you! Your submission has been received!
Oops! Something went wrong while submitting the form.

Suchen ...