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Vom Ideen- zum Problem-Management

Viele Unternehmen haben ein ausgefeiltes Ideenmanagement. Sie verschenken aber viele Chancen, die in einem vorgeschalteten "Problem-Management" enthalten sind.
In diesem Artikel erläutere ich Ihnen, wie Sie attraktive Probleme finden und ihr Potential nutzen.

Ideenmanagement-Plattformen bekommen ihren Input an innovativen Ideen aus verschiedene Quellen (z. B. Vorschlagswesen oder Ideation-Workshops).  Im Innovationsprozess wird dann versucht, die besten dieser Ideen zu identifizieren und umzusetzen.

Innovative Ideen sind grundsätzlich solche, durch die ein Problem besser gelöst wird als zuvor - beziehungsweise überhaupt erstmalig gelöst werden kann. Idealerweise münden solche Ideen irgendwann in ein neues Produkt, ein neues Leistungsangebot oder eine effizientere Nutzung von Ressourcen.

Was ganz häufig vernachlässig wird, ist die Rolle des gelösten Problems, und welches Potential sich über die eine Lösung hinaus in ihm verbirgt.
So gibt es vielleicht noch interessantere Probleme, die zu lösen viel größeren Einfluss für die erfolgreiche Zukunft des Unternehmens hat. Oder es gibt für das gelöste Problem noch attraktivere nachhaltigere Lösungen.

Zwei erfolgreiche Strategien für Ihr Problem-Management

1. Strategie: Die Problemmanagement-Plattform

  • Richten Sie ein System (z. B. eine Datenbank) ein, in der Ihre Mitarbeiter/innen interessante und relevante Probleme eintragen können.
  • Vermitteln Sie Ihren Mitarbeiter/innen, wie sie wirklich interessante Probleme finden, indem sie Beobachten und bestimmte Fragen stellen.
  • Machen sie es für Ihre Mitarbeiter/innen möglichst einfach und intuitiv, die identifizierten Probleme in das System einzugeben.
  • Richten Sie einen schlanken und einfachen Entscheidungsprozess ein, welcher zu jedem Zeitpunkt das nächste, anzugehende Problem ausgibt.
  • Verzetteln Sie sich nicht. Nutzen Sie ein Kanban-Board, um stets die Anzahl an Problemen zu bearbeiten, bei der die mittlere Durchlaufzeit je Problem minimal wird.
  • Stellen Sie sicher, dass die Beiträge aller Beteiligten wahrgenommen und anerkannt werden - auch wenn nicht alles umgesetzt wird.

2. Strategie: Einen Schritt zurück gehen

  • Bei direkten Vorschlägen von Produkt- oder Lösungsideen, fordern Sie, dass das damit gelöste Problem ausführlich beschrieben wird. 
  • Lassen Sie das Problem dann in Ihr Problemmanagement-System eintragen und bewerten.
  • Prüfen Sie, ob das Problem im Vergleich zu den vorhandenen einen der oberen Plätze im Ranking einnimmt. 
  • Falls das Problem, und damit die Lösung, eine hohe Priorität erhält, führen Sie einen Innovationsworkshop (am Besten einen ASIT-Workshop) durch. In dem Workshop versuchen Sie, entweder die gefundene Lösung noch besser und robuster zu machen - oder eine noch bessere, alternative Lösung zu finden.

Wie stets ist mein Vorschlag nicht dogmatisch, sondern als Anregung zu sehen. Das heißt, wenn Sie Potential für Ihre Organisation darin erkennen, überlegen Sie, wie sie das aktive Problem-Management iterativ-inkrementell einführen können. Das bedeutet: in Teilen, in Schritten und in Lern- und Entwicklungsschleifen - auf agile Art und Weise.

Und wenn Sie dazu Fragen haben - oder externe Unterstützung wünschen - stehe ich mit meinem Team gerne für Sie bereit.

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